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Hackschnitzel-Vergasung und kein Ende - oder vielleicht doch?

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barbara_chaluppa_100xJetzt weiß es sogar schon das Grasellenbacher Gemeindeparlament!

Erstaunte und beleidigte Gesichter der Bürgervertreter sah man auf der letzten Gemeinderatssitzung von Grasellenbach am Donnerstag, dem 24.06. Waren doch die ahnungslosen Abgeordneten am Montag, dem 21.06. auf der Bürgerversammlung zum Thema „Hackschnitzel-Vergasungs-Anlage auf dem Heidelacker in Hammelbach von der Bürgerinitiative „vorgeführt“ worden und von aufgebrachten Veranstaltungsteilnehmern zu einer Stellungnahme gedrängt worden. Obwohl auf dem Podium kein Kritiker des Projekts Platz nehmen durfte und im Saal nicht mal ein Mikrofon für Beiträge der Zuhörer stand, ja die Tagesordnung diese nur unter ferner liefen überhaupt vorsah, hatte denen die Empörung Stimmgewalt verliehen, mit der sie ihren Argumenten Gehör verschafften.

 

rathaus-hammelbach_280xUnd die waren nicht von Pappe – sie deckten Unüberlegtheiten und Fahrlässigkeiten und fachliche Kompetenzmängel seitens der Gemeinde und des Unternehmers auf. Die wegen   der fehlenden Wärmeabnahme geplante „Nachvergasung“ und ihre Folgen in Form von weiterer Lärm- und Abgasbelästigung blieben weitgehend unklar. Die sinnvolle Einbindung in ein Energiekonzept der Gemeinde unter Beteiligung der Bürgerschaft war weiterhin kein Thema der Verantwortlichen. Die Standortfrage war zugegebenermaßen durch den Weg des geringsten Widerstandes gelöst worden  (im oberen Hangbereich waren Anwohnerklagen angedroht worden, deshalb wich man nach unten an die Grenze des Biotops aus). Der Schutz dieses angrenzenden Biotops hatte bei den Planungen keine Rolle gespielt, schon bei der Ausweisung des lieblichen Wiesenhanges mit Streuobstwiese als Gewerbegebiet war das so – und nun verschanzte man sich hinter der Behauptung, alles spiele sich innerhalb der gesetzlich zugelassenen Grenzwerte ab.  Das Publikum spendete den Kritikern reichlich Beifall,  Zustimmung wurde nicht geäußert, und der Bürgermeister – in die Defensive gebracht – rettete sich in die Behauptung, er sei vor Jahren zur Errichtung des streuobstwiese_280xGewerbegebietes gedrängt worden und nun müsse man mit den Folgen eben leben. Von wem er in diese missliche Lage gebracht wurde, das blieb allerdings unklar, jedenfalls nicht von den grünen Gemeindevertretern und weiteren besorgten Bürgern, die damals gegen das Projekt erfolglos Sturm gelaufen waren.

Nach der Veranstaltung wurde das Gerücht gestreut, eine unerzogene  Zwischenbrüllertruppe hätte den Bürgermeister beschimpft (der übrigens erst zu der Veranstaltung hatte genötigt werden müssen). Und die armen Abgeordneten, die sich im Vorfeld der Entscheidungen erst mal informieren wollten und natürlich noch keine Meinung zu der Angelegenheit hatten, wurden in der Ausübung ihrer Pflicht gehindert. Erstaunlich, dass die Sache  seit Monaten, ähnliche vorausgehende Pläne sogar schon seit Jahren in Hammelbach diskutiert wurden und mahnende Briefe  von Hammelbacher Bürgern im Bürgermeisteramt einliefen, wo sie nach ausgiebiger Anstandsfrist recht überheblich abgebügelt wurden. Immer wieder hatte man die Anfragenden aufgefordert, doch erst mal abzuwarten, was die vorbereitenden Gespräche ergäben. Aber spätestens seit die „Abschussrampe“ in einer Nacht-und Nebelaktion plötzlich auf dem Heidelacker aus dem Boden schoss, sind die Bürger wachsam geworden. Ja, viele wussten, was die Stunde geschlagen hatte, nur unsere Bürgervertreter nicht. Frau Karin Hartmann setzte der Ahnungslosigkeit die Krone auf, indem sie während der Sitzung harmlos fragte, ob denn schon der Bauantrag eingegangen sei. Bei der Antwort des Bürgermeisters, für den ehemals vorgesehenen Bauplatz schon, für den neuen noch nicht, wunderte sie sich kein bisschen darüber, dass sie das noch nicht gewusst hatte…Sie beeilte sich aber, zu erklären, dass man das Projekt jetzt „ergebnisoffen“ prüfen werde. Na, da können die BI-ler ja beruhigt in Urlaub fahren – tun sie aber nicht!

Aotorin: Barbara Chaluppa
Ein Leserbrief (vom 03.07.2010), der bisher (noch) nicht veröffentlicht, wurde als offener Brief an alle Hammelbacher Haushalte.

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 12. Juli 2010 um 16:54 Uhr  
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