Unter diesem Titel ist in der Ausgabe 09.2008 von „Wald-Michelbach aktuell“, in der Rubrik „Beiträge zur Geschichte“ ein Artikel von Hans-Günther Morr erschienen. Diesen Artikel möchten wir nicht unkommentiert lassen.
H. G.. Morr lässt uns zurückblicken auf die Weltwirtschaftskrise 1930. Er erinnert an damalige Arbeitslosigkeit und Armut, die auch den Odenwald nicht verschont haben. Er stellt dar, wie seiner Meinung nach der Machtwechsel 1933, die Welt und vor allem Deutschland positiv beeinflusste. Der Autor lobt zweifellos die in dieser Zeit vorgenommenen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die unter anderem zur Erbauung der im Titel schon erwähnten Brücke und auch zu anderen Projekten geführt haben.
Ich bin entsetzt, dass ausgerechnet jetzt, da wir alle am Rande einer globalen Rezession stehen, sich die Gedanken des Herrn Morr auf die schrecklichere Zeit unserer Geschichte richten. Sollten hier Parallelen zur jetzigen Weltsituation aufgezeigt werden? Soll jetzt noch das Nationalsozialistische Gedankengut glorifiziert und das Augenmerk der Bürgerinnen und Bürger auf die eventuelle Lösung der großen Probleme durch (Gott bewahre!) einen neuen Krieg fokussiert werden?
Was haben sich der Verfasser und der Herausgeber Herr Brosig dabei gedacht? Ist das Blickfeld der beiden Herren so eingeschränkt und das Gedächtnis so durchlöchert, dass sie die Tragweite dieses kleinen Artikels nicht erkannt haben? Oder war es sogar Absicht, um einen Vergleich zu wagen und gleichzeitig einen vermeintlichen Ausweg aus der jetzigen Lage unseres Landes zu zeigen!
Empörung macht sich breit, wenn ich daran denke, wie viele Opfer der Zweite Weltkrieg gefordert hat; wie viele Menschen ihr Leben verloren haben, beim Umsetzen von sinnlosen Projekten des „Führers“. Sie haben mit Sicherheit das Martyrium nicht als Gnade und Hilfe des Herrn H. betrachtet! Wer will noch einmal diese unmenschliche Zeit zum Leben erwecken; wer kann diese mit reinem Gewissen vermissen? Haben wir absolut nichts dazu gelernt?!
Mein Vorschlag für alle, die nicht wissen, was sie befürworten:
Machen sie eine Bildungsreise z.B. nach Oswiecim (Auschwitz) in Polen. Schauen sie sich genau um; gehen sie durch das Lagergelände, durch die KZ Gebäude mit den zahllosen Vitrinen, wo tausende stumme Zeugen der Verbrechen der Nazizeit liegen… Und versäumen sie nicht, sich im Lagerkino die Dokumentationen anzuschauen.
Wenn danach kein Denkwandel eintritt – wann dann?
Und noch eines: keiner weiß, wer die nächste Opferrolle spielen muss – vielleicht sind Sie der Auserwählte.
Autorin: Johanna Schulz
(Für ueberwald.info)







