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Hammelbachs Bürgerinitiative ist wachsam
Am Mittwoch, dem 05.07. beriet die Bürgerintiative „Lebenswertes Hammelbach“ weitere Schritte gegen die Errichtung einer Hackschnitzel-Vergasungsanlage auf dem Heidelacker. Im Focus stand zunächst das Biotop, an das der mögliche Bauplatz grenzt. Die BI freute sich über den Beitrag von Reinhold Lannert, dem anerkannten Fachmann für die biologische Kartierung und Bewertung von einheimischen Lebensräumen, der begonnen hat, Untersuchungen in dem Biotop in der Nähe der Weschnitzquelle durchzuführen.
Dabei hat er eine erstaunliche Artenvielfalt der Fauna, insbesondere der Vogelwelt aber auch bei Wasserbewohnern und Insekten festgestellt. Mehrere Arten, die
bereits auf der „Roten Liste“ stehen, also vom Aussterben bedroht sind, kommen hier vor oder brüten sogar. Die zu erwartenden Belästigungen würden ihnen erheblich schaden, ihnen einen wichtigen Lebensraum entziehen. Er will noch einen Botaniker hinzuziehen und dann seine Erkenntnisse an die Öffentlichkeit und die zuständigen Stellen bei Gemeinde, Kreis und Regierungspräsidium bringen.
Die Bürgerinitiative geht davon aus, dass hier § 34 des Bundesnaturschutzgesetzes greift, der Projekte, die geeignet sind, ein Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (dazu gehören anerkannte Biotope) erheblich zu beeinträchtigen, vor ihrer Durchführung auf ihre Verträglichkeit mit deren Erhaltungszielen zu überprüfen sind. Solche Projekte sind der nach Landesrecht zuständigen Behörde anzuzeigen, die gegebenenfalls die Durchführung zu untersagen hat.
Weiterhin soll der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) stärker in den Schutz dieses Juwels einbezogen werden. Es soll geprüft werden, ob er auch als Verband Einspruchsrechte gegen die Planungen geltend machen kann.
Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang auch der Landschaftsplan, der als Anlage zum Bebauungsplan aus dem Jahr 2002 vorliegt. Darin heißt es:“ Der Bedarf an gewerblichen Bauflächen ist vorhanden, da Gewerbetreibende aus dem Innenbereich in das neue Gewerbegebiet aussiedeln wollen, um ihr Gewerbe in der Gemeinde Grasellenbach weiter zu betreiben. Den Interessen der Gemeinde kommt diesere Wunsch entgegen, um das Gewerbe in Grasellenbach zu halten und damit Arbeitsplätze sichern zu helfen. Bei der Suche nach einem Gelände in Hammelbach, das für ein Gewerbegebiet geeignet ist, wurde das Gebiet Heidelacker bereits vor 37 Jahren ins Gespräch gebracht, obwohl sich dort alte Steuobstbestände für das Gebiet im hängenden Bereich befinden, erweist es sich als einzige Fläche in der Gemarkung Hammelbach, die bedingt für eine Bebauung mit einem Gewerbegebiet geeignet ist, da das Gebiet aus der Entfernung nicht einsehbar ist.“
Es wurde angezweifelt, ob die damaligen Aussagen sich bewahrheitet haben. Sandra Cusminus,die Sprecherin der BI brachte die Lage auf den Punkt: “Vor mehr als 8 Jahren hat ein ehrgeiziger junger Bürgermeister dieses Projekt angeschoben. Gab es den Bedarf wirklich? Hat ein einziges Hammelbacher Gewerbe inzwischen von dem Angebot Gebrauch gemacht? War es nicht vielmehr so, dass Hundertausende in sinnlose Landschaftsverschandelung gesteckt wurden und jetzt händeringend jeder noch so unausgegorene Unternehmensplan an Land gezogen wird, egal ob die Gemeinde davon Nutzen hat oder nicht?“







